Lesekreis: Welche Rolle spielen Gewerkschaften im Klassenkampf?
Massenentlassungen, längere Arbeitszeiten und ein höheres Rentenalter treffen uns als Lohnabhängige direkt. Sie zeigen: Die Interessen von Beschäftigten und Unternehmern stehen sich frontal gegenüber. Gewerkschaften sind ein wichtiges Mittel, um sich gemeinsam gegen Verschlechterungen zu wehren. Doch welche Rolle spielen sie für eine sozialistische Bewegung? Und wie können wir den täglichen Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen mit dem Ziel einer sozialistischen Gesellschaft verbinden? In unserem Lesekreis beschäftigen wir uns deshalb in der nächsten Zeit mit der Geschichte der Gewerkschaften und der Arbeit von Kommunist*innen in ihnen. Dabei schauen wir uns beim ersten Lesekreis die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO) der KPD in der Weimarer Republik an. Es dominierte in der KPD ab 1929 die Auffassung, dass eine konsequente Interessensvertretung der Arbeiter*innen in den freien Gewerkschaften prinzipiell nicht möglich sei und deshalb selbständige revolutionäre Verbände gegründet werden müssten. Die RGO wurde ins Leben gerufen. Die KPD-Opposition (KPD-O) kritisierte diesen Kurs und warnte vor der politischen Isolation der Kommunist*innen von den Beschäftigten in den bestehenden Gewerkschaften.
Wir diskutieren dazu gemeinsam aus dem Roten Gewerkschaftsbuch aus dem Jahr 1932 den Abschnitt zur RGO, S. 133–142.
Wir stellen uns dabei die Fragen:
-Warum wurde die Arbeit in den bestehenden Gewerkschaften für die KPD-O für notwendig gehalten?
- Wie entsteht gemeinsames Bewusstsein im betrieblichen und gewerkschaftlichen Kampf?
- Wie lassen sich politische Klarheit und die Einheit der Arbeiter*innen miteinander verbinden?
- Was können wir aus der Auseinandersetzung um die RGO für die heutige Gewerkschaftsarbeit lernen?
22. September 2026 | 19 Uhr | Mietergemeinschaft | Sonnenallee 101
Kommt vorbei und diskutiert mit uns!