22.01.2020 | Internationalismus

Perspektive-Tresen: Jin Jiyan AzadÎ

Seit Oktober 2019 wird gegen die kurdische Feministin Yildiz Aktaş beim Berliner Kammergericht ein Prozess geführt. Sie wird nach Paragraph 129b als Mitglied einer »terroristischen Vereinigung im Ausland« angeklagt. Vor Gericht werden Aktivitäten wie die Teilnahme an Demonstrationen oder das Sammeln von Spenden kriminalisiert. Während kurdische Aktivist*innen in der BRD repressiv verfolgt werden, führt Erdoğan mit deutscher Unterstützung Krieg gegen die kurdische Freiheitsbewegung. Der Angriffskrieg der Türkei seit dem 9. Oktober auf die selbstverwalteten Gebiete in Nord- und Ostsyrien, ist auch ein Angriff auf die Frauen*revolution. Die Frauenbewegung Kongra Star hat die Kampagne Women Defend Rojava ins Leben gerufen, um die weltweite Solidarität mit der Revolution in Rojava und den Frauen in Nord- und Ostsyrien sichtbar zu machen. Auch in Berlin gibt es ein Komitee.

Wir haben Vertreter*innen der Kampagne »Freiheit für Yildiz« eingeladen, die über den aktuellen Stand des Verfahrens und den Kontext der Repression gegen die kurdische Freiheitsbewegung in der BRD berichten werden. Außerdem wird eine Freundin von »Women Defend Rojava Berlin« ihre Arbeit vorstellen und auf die kurdische Frauen*bewegung eingehen.

Dienstag | 11. Februar 2020 | 19 Uhr | Bandito Rosso | Lottumstraße 10a

Tags: Internationalismus, Perspektive-Tresen, Repression, Revolution, Türkei und Kurdistan

17.01.2020 | Repression

Gemeinschaftlicher Widerstand – Bundesweite Kampagne gegen Repression

In diesem Jahr sollen Massenprozesse gegen Aktivist*innen beginnen, die im Juli 2017 gegen das Treffen der G20 auf die Straße gegangen sind. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat bereits gegen 37 Aktivist*innen rund um die Proteste am Rondenbarg Anklage erhoben – mindestens drei politische Großverfahren stehen bevor. Ihnen wird die bloße Teilnahme an einer Demonstration zur Last gelegt. Deswegen werden sie unter anderem wegen »gemeinschaftlichem schweren Landfriedensbruch« angeklagt. Eine Verurteilung würde einen massiven Angriff auf das Versammlungsrecht bedeuten.

Bundesweit rufen Gruppen und Initiativen unter dem Motto »Gemeinschaftlicher Widerstand« zu Protesten am Tag X, dem Samstag vor dem Prozessauftakt zu den G20-Protesten am Rondenbarg auf.

Tags: G20, Polizeigewalt, Repression

23.12.2019 | Repression

Tag (((i))) – Linksunten verteidigen!

Am 29. Januar 2020 beginnt am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Verfahren zur Klärung der Rechtmäßigkeit des Verbots von Indymedia Linksunten. Zu diesem Anlass finden bundesweit Aktionen statt. Unter anderem wird am 25. Januar eine bundesweite Demonstration in Leipzig organisiert. Bei einer Veranstaltung in Berlin wird noch einmal kritisch auf das Verbotsverfahren geschaut und der Bogen zu anderen von Vereinsverboten und Zensur betroffenen Gruppen und Plattformen geschlagen. Hier wird es unter anderem auch alle Infos zur Demo in Leipzig geben. Auf dem Podium sprechen die Soligruppe Linkunten Berlin und Lukas Theune vom Republikanischer Anwält*innenverein.

  • Infoveranstaltung in Berlin am 21. Januar 2020
    19 Uhr | Haus der Demokratie | Greifswalder Straße 4
  • Demonstration in Leipzig am 25. Januar 2020
    17 Uhr | Simsonplatz vorm Bundesverwaltungsgericht

Auf nach Leipzig!
Wir sind alle linksunten.indymedia!
Weitere Infos unter linksunten.soligruppe.org

Tags: G20, linke Medien, Repression

22.12.2019 | Internationalismus

Audiomitschnitt des Vortrags von Nick Brauns zum Thema »Rojava verteidigen«

Bei unserem Perspektive-Tresen am 10. Dezember 2019 hat der Historiker und Journalist Nick Brauns ausführlich die aktuelle Situation in Rojava seit dem Angriffskrieg der Türkei beleuchtet. Dabei ging er unter anderem auf die Rolle der BRD ein, die auf EU-Ebene verhindert hat, dass es ein Waffenembargo gegen die Türkei gibt. Auch die Rolle der imperialistischen Mächte wurde thematisiert. Im UN-Sicherheitsrat haben die USA und Russland gemeinsam ein Veto eingelegt, gegen einen Antrag, dass der Krieg verurteilt werden sollte. Außerdem ging er auf das Abkommen zwischen der Selbstverwaltung Nord-Ost-Syriens und dem syrischen Regime ein.

Tags: Audio-Mitschnitt, Krieg, Perspektive-Tresen, Rojava, Syrien, Türkei und Kurdistan

15.11.2019 | Sonstiges

20 Jahre Indymedia

Der »Widerstand ist global« verkündete www.indymedia.org im ersten Posting am 24. November 1999. Die Internetplattform hat eine weltweite, unabhängige linke digitale Medienberichterstattung zum ersten Mal ermöglicht. Wir organisieren zum Jubiläum zwei Veranstaltungen mit. Am 24.11. findet die Veranstaltung zum Thema »20 Jahre Indymedia: Was bleibt vom linken Aufbruch ins Internet?« statt. Drei Zeitzeug*innen, die auch heute noch in linken Bewegungen aktiv sind, werden über Peoples Global Action und Basisbewegungen in Indien, Technikkollektive und die erste Online-Demonstration in Deutschland, linke Videogruppen sowie den damaligen und heutigen Nutzen des Internet für linksradikalen, internationalen Protest sprechen. Am 28.11. gibt es die Film-Veranstaltung »Das »Tiefensehmagazin« AK KRAAK – Ausgabe 1999«. Die Gründung von Indymedia fiel vor 20 Jahren in eine Zeit, als linke Medienkollektive vor allen Radiosendungen und Videos produzierten. Zu ihnen gehört AK KRAAK, die seit Anfang der 90er ein- oder mehrmals im Jahr Filme zu linken Bewegungen veröffentlicht haben. Wir wollen das Videokassettenmagazin aus dem Jahr 1999 zusammen ansehen und mit den damaligen Macherinnen diskutieren.

  • Sonntag | 24.11.2019 | 18:30 Uhr | Aquarium | Skalitzer Straße 6
  • Donnerstag | 28.11.2019 | 19 Uhr | Zielona Gora | Grünberger Straße 73

Tags: linke Medien, linke Projekte

10.11.2019 | Krieg

64 Jahre – Kein Grund zum Feiern. Bundeswehr Abschaffen.

Am 12. November 2019 feiert die Bundeswehr ihren 64. Gründungstag. Die zentrale Feier soll direkt vor dem Bundestag stattfinden. Mit bundesweiten öffentlichen Gelöbnissen will die Bundeswehr noch stärker in der Öffentlichkeit Präsenz zeigen und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung vergrößern. Dazu passt auch, dass Uniformierte der Bundeswehr künftig umsonst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren sollen. Mit Plakaten, Infoständen und Veranstaltungen versucht sich die Bundeswehr in der Gesellschaft zu verankern. Militarismus und Krieg wird in der Werbestrategie der Bundeswehr oft als Computerspiel und Abenteuer propagiert und verharmlost. Mit öffentlichen Gelöbnissen oder auch dem ›Tag der Bundeswehr‹ soll eine Normalität von Militär auf den Straßen geschaffen werden.

Antimilitaristische und Rojava-solidarische Demo
12.11.2019 | 9 Uhr | Potsdamer Platz | Berlin

Tags: Antimilitarismus, Bundeswehr, Internationalismus, Krieg, Rojava, Syrien, Türkei und Kurdistan

09.11.2019 | Sexismus

Audiomitschnitt Geschlecht in der DDR

Am 15. Oktober hat die Journalistin Nelli Tügel im Bandito Rosso die Geschlechterverhältnisse in der DDR aus feministischer Perspektive beleuchtet. Sie ging dabei einerseits auf die Fortschritte in der DDR bezogen auf die Situation von Frauen ein und machte gleichzeitig deutlich, warum das Patriarchat dort keineswegs überwunden war. Außerdem thematisierte sie den Unabhängigen Frauenverband und die Forderungen der Frauenbewegung von 1989/90. Des Weiteren gab es noch einen Beitrag zur Situation von Lesben und Schwulen in der DDR.

Literaturtipps:

  • Frauenreport 1990 Verlag Die Wirtschaft Berlin GmbH 1990
  • Frauen in die Offensive: Texte und Arbeitspapiere, Dietz Verlag 1990
  • Ursula Silge: Un-sichtbare Frauen: Lesben und ihre Emanzipation in der DDR, LinksDruck Verlag, 1991

Tags: Feminismus, Frauenkampf, Geschichte, Patriarchat

13.10.2019 | Internationalismus

Grußwort von Internationalistin aus Rojava

Bericht einer Internationalistin aus Rojava über die aktuelle Lage, den Widerstand und die Wichtigkeit der internationalen Solidarität: »Alle die an einer grundsätzlichen Veränderung dieses Systems interessiert sind müssen sich zusammenschließen, müssen zeigen, dass wir das verteidigen was uns wichtig ist.«

Tags: Internationalismus, Krieg, Rojava, Syrien, Türkei und Kurdistan

13.10.2019 | Internationalismus

Die Revolution in Rojava verteidigen – den Krieg der Türkei stoppen!

Am 9. Oktober begann der Angriff der Türkei zusammen mit islamistischen Milizen auf Rojava. Die türkische Armee bombardiert Städte und Dörfer, zerstört Infrastruktur und ermordet Zivilist*innen. Die Bundesregierung unterstützt den Krieg der Türkei gegen die kurdische Freiheitsbewegung politisch, finanziell und militärisch. Deutsche Leopard-2-Panzer werden von der Türkei bei ihrer Invasion in Nordsyrien eingesetzt. Deutsche Rüstungskonzerne wie Rheinmetall oder Krauss Maffei Wegmann profitieren vom Krieg. Der Angriff der Türkei auf Rojava ist auch ein Angriff auf die Frauen*befreiung. Werden wir gemeinsam aktiv gegen den Krieg und die deutsche Unterstützung. Hoch die internationale Solidarität! Alle zusammen gegen den Faschismus!

Tags: Internationalismus, Krieg, Rojava, Türkei und Kurdistan

03.07.2019 | Repression

Zwei Jahre Verbot von Indymedia Linksunten

Das Verbot des Onlineportals Indymedia Linksunten war ein gezielter Schlag gegen die Linke in Deutschland. Diese Repression gegen linke, internationalistische Medien ist nichts Neues. Bei Gipfelprotesten hat die Polizei Indymedia-Center gestürmt, Ausrüstung zerstört, Medienaktivist*innen verfolgt, Falschmeldungen verbreitet und die Berichterstattung über Soziale Medien beeinflusst. Was bedeutet das für eine unabhängige Berichterstattung im internationalen Kontext? In einigen Ländern sind hierarchiefreie Medien wie Indymedia inzwischen bedeutungslos geworden, Aktivist*innen informieren und kommunizieren oft über Facebook, Twitter, YouTube oder Periscope. Bis zum Verbot war Indymedia Linksunten eines der wichtigsten Medien für die linke Bewegung in der BRD. 2017 wurde die Plattform durch das Innenministerium verboten, die Reaktionen auf das Verbot und die Verfolgung der vermeintlichen Macher*innen waren jedoch verhalten oder kaum wahrnehmbar. Es gibt aber eine Kampagne zum Tag (((i))), dem Samstag vor den Prozessen der Klage gegen das Vereinsverbot am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. An diesem Tag wird es in Leipzig eine bundesweite Demonstration geben. Wir wollen am 13. August zum zweijährigen Jahrestag des Verbotes darüber diskutieren, welche Bedeutung die weltweiten Indymedia-Zentren hatten und haben und wie mit der Repression gegen die Projekte umgegangen werden kann. Sind sie ein autonomes Schwarzes Brett, ein Ort für das Abwerfen von Anschlagserklärungen oder das Crossposting spannender Artikel? Ist Indymedia nur noch ein Archiv früherer Bewegungen, ein Relikt aus alten Zeiten oder bleibt es als selbstorganisiertes Medium ein wichtiger Bestandteil linksradikaler und revolutionärer Politik?

Referent*innen

  • Kristin Pietrzyk (Jena), Rechtsanwältin eines Betroffenen des Linksunten-Verbots
  • Matthias Monroy (Berlin), Wissensarbeiter, Aktivist und Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei / CILIP

Dienstag | 13. August 2019 | 19h Bandito Rosso | Lottumstraße 10a

Tags: linke Medien, Repression, Überwachung

24.05.2019 | Krieg

Rheinmetall entwaffnen!

Am 28. Mai 2019 findet in Berlin die Hauptversammlung von Rheinmetall, dem größten deutschen Rüstungskonzern, statt. Rheinmetall profitiert von steigenden Rüstungsausgaben und Kriegen weltweit. Der Umsatz ist 2018 um 4,3 Prozent auf 6,15 Milliarden Euro gestiegen. Der Konzern verdient unter anderem am Krieg im Jemen und dem Krieg der Türkei gegen die kurdische Freiheitsbewegung. Über die Tochterunternehmen RWM Italia auf Sardinien und Rheinmetall Denel in Südafrika liefert Rheinmetall Munition an Saudi-Arabien. Seit 2015 führt Saudi-Arabien mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Staaten Krieg gegen den Jemen, bei dem Zehntausende Menschen starben. Über 350 Leopard-2-Panzer, die von Rheinmetall und Kraus-Maffei Wegmann gebaut wurden, wurden in den letzten Jahren in die Türkei geliefert. Diese Panzer wurden auch beim Angriffskrieg der Türkei gegen Afrin in Rojava eingesetzt.

Kommt zur Demo gegen Rheinmetall!

Demonstration | 28.05. | 9 Uhr (pünktlich)
Botschaft Saudi-Arabien | Tiergartenstraße 33‑34

Tags: Antimilitarismus, Krieg, Rüstung, Türkei und Kurdistan

30.01.2019 | Sexismus

Diskussionsbeitrag zum Frauen*streik 2019

Am 8. März 2019 finden weltweit feministische Streiks statt. Im spanischen Staat sind 2018 über fünf Millionen Frauen* in den Streik getreten. Auch in der BRD wird bundesweit für den Frauen*streik mobilisiert. Der Frauen*streik ist eine wichtige Möglichkeit um feministische Kämpfe bundesweit und international sichtbar zu machen und mit verschiedensten Aktionsformen unseren Widerstand gegen die patriarchalen Verhältnisse deutlich zu machen. Wir haben anlässlich der Vorbereitungen für den 8. März einen Beitrag zur Diskussion über das Verhältnis von Patriarchat und Kapitalismus sowie zur Beteiligung von Cis-Männern am Streik verfasst.

Tags: 8. März, Feminismus, Frauenkampf, Sexismus, Streik

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